Warum Bleche richten mit dem Walzrichtverfahren?

Überblick Richtverfahren

Beispiel für den typischen Zeitbedarf zum Richten eines Brennteils in Minuten

Hammer und Flamme

Ein klassisches Richtverfahren. Diese Form des Richtens ist sehr aufwändig und benötigt viel Erfahrung.

Rundbiegemaschinen

Einige Blechbearbeiter benutzen Rundbiegemaschinen um grobe Ebenheitsfehler zu beseitigen. Diese Notlösung bringt zwar sichtbare Verbesserungen, Eigenspannungen im Material werden aber kaum verringert.

Richtpressen

Ähnlich aufwändig wie der Einsatz von Rundbiegemaschinen. Oftmals benutzt bei Blechteilen mit Dicken über 60 mm. Auch mit diesem Verfahren ist eine Bearbeitungszeit pro Teil von bis zu 20 Minuten keine Seltenheit.

Walzenrichtmaschinen

Walzenrichtmaschinen richten Bleche schnell und einfach. Der Einsatzbereich liegt hauptsächlich bei Laser- und Brennteilen von 0,5 bis 60 mm. Mechanische Walzenrichtmaschinen kommen bei Teilen mit geringerem Richtanspruch schnell zum gewünschten Ergebnis. Bei höheren Anforderungen müssen die Blechteile oft mehrfach gerichtet werden.

Servo-hydraulische Präzisionsrichtmaschinen

Servo-hydraulische Präzisionsrichtmaschinen sind für höhere Richtansprüche ausgelegt. Beispielsweise der FlatMaster® von ARKU. Die Richtwalzen sind bestens abgestützt und haben einen kleinen Abstand zueinander. Die integrierte Richtspaltregelung hält den Richtspalt während des gesamten Richtvorgangs auch bei wechselnden Teilequerschnitten konstant. Selbst schwierige Brennteile können so innerhalb weniger Minuten eben und nahezu spannungsfrei sein.

Das Walzenrichten

Beim Walzenrichten durchläuft ein Blech mehrere aufeinanderfolgende Wechselbiegungen. Vom Einlauf bis zum Auslauf der Walzenrichtmaschine sind die Richtwalzen versetzt angeordnet. Dadurch taucht eine Walze immer zwischen den beiden gegenüberliegenden Richtwalzen ein. An den ersten Richtwalzen sind die Wechselbiegungen stark und werden zum Auslauf hin immer schwächer. Der Verlauf der Biegungen ähnelt so einer abklingenden Sinuskurve. Durch die elastisch-plastischen Wechselbiegungen und die stetige Verringerung der Umformung entsteht ein ebenes und vor allem spannungsfreies Blechteil.